Weinprobe zu Hause: Die Vorbereitung
Was ist wichtig, um eine Weinprobe mit Freunden zu Hause zu veranstalten? Von der idealen Trinktemperatur bis zum Bewertungsschema- im 1. Teil der Reihe Weinprobe zu Hause erfährst Du alles wichtige.
Überregional | WeinwissenUm eine Weinprobe zuhause mit Freunden zu veranstalten, solltest Du auf einen taghellen, gut durchgelüfteten Raum achten. Alle Teilnehmer sollten auf Parfum, After Shave und natürlich das Rauchen verzichten. Kurzum gilt es, Fremdgerüche auszuschließen, die die Beurteilung beeinflussen. Dazu zählen auch Aromen, die noch in der Küche hängen, in der zuvor beispielsweise etwas gebraten wurde. Anders verhält es sich mit natürlichen Aromen, die auch in den Weinen zu finden sind, denn die können die Beschreibung unterstützen. Hierzu eignen sich Gläser mit aufgeschnittenem Obst (Apfel, Birne, Melone, Zitrus) oder Gewürzen (Vanille, Pfeffer oder Honig).
Tipp: Auch das Aromarad des Deutschen Weininstituts leistet dafür gute Dienste. Danach lässt sich der Duft zunächst allgemein eingrenzen, z.B. fruchtig, und dann in einem zweiten Schritt genauer, z.B. Zitrusfrucht. Ein erneutes intensiveres Schnuppern hilft festzustellen, welche Frucht genau: Grapefruit oder Zitrone oder beides.
Als Richtwert für geübte Gaumen gelten acht bis zehn Weine, ungeübte beginnen mit vier bis sechs Weinen. Damit reicht eine Flasche pro Sorte aus. Für die Weinprobe solltest Du ein Thema wählen, z.B. verschiedene leichte Weißweine, Rieslinge aus verschiedenen Anbaugebieten oder die gleiche Rebsorte von unterschiedlichen Winzern aus einer Region. Generell gilt: Probiert wird von weiß zu rot, von leicht zu schwer und von jung zu alt. Dabei gelten folgende Temperaturempfehlungen
Junge, leichte Weißweine, z.B. Kabinett 9 - 11°C
Reife, kräftige Weißweine, z.B. Spätlese 11 - 13°C
Roséweine, Weißherbste 9 - 13°C
Jugendliche, leichte Rotweine 14 - 16°C
Reife, gehaltvolle Rotweine 16 - 18°C
Gehaltvolle und gerbstoffbetonte Rotweine, z.B. Barrique 18 - 20°C
Was braucht es außer den Weinen? Eine weiße Tischdecke erleichtert das Bestimmen von Farbe und Klarheit eines Weins. Alternativ funktioniert ein weißes Blatt Papier. Außer Wein- und Wassergläsern solle ein undurchsichtiges Gefäß für Weinreste auf dem Tisch stehen. Tipp: Pro Gast sollten zwei bauchige Weingläser bereitstehen, so kann man zwei Weine im direkten Vergleich probieren. Um dem Gaumen zwischendurch mal eine Pause zu gönnen, stell Brot bereit, z.B. Grossini. Ein Glas mit Kaffeebohnen hilft dagegen der Nase, sich zu neutralisieren.
Damit sich im Nachgang die Weine besprechen lassen, stell eine Liste der Weine zusammen und überlege dir ein Bewertungssystem für Kriterien wie Farbe, Säure, Süße, Nachhall und ggf. eigener Benotung. In der Weinbranche hat sich das 100 Punkte-Schema nach Weinkritiker Robert Parker bewährt. Dabei gilt
96 bis 100 Punkte: außerordentlich
90 bis 95 Punkte: hervorragend
80 bis 89 Punkte: überdurchschnittlich bis sehr gut
70 bis 79 Punkte: durchschnittlich
60 bis 69 Punkte: unterdurchschnittlich, einfacher, harmloser Wein
50 bis 69 Punkte: unakzeptabel
100 Punkte-Schema zum Download.
Zum 2. Teil: Wein verkosten wie ein Profi
Autor: Katja Ruhl


